Making of: Eurythmics - Sweet Dreams (1983) - AMAZONA.de (2024)

Synthipop als Paartherapie

5. Februar 2022

Die Eurythmics und ihr Song „Sweet dreams (are made of this)“ sind aus keiner Playlist mit Musik der 80er Jahre wegzudenken. „Sweet Dreams“ ist ein weltweiter Top 10-Hit, der in Großbritannien bis auf Platz 2 in den Charts vorrückte und sich in den USA sogar 26 Wochen auf Platz 1 hielt. In dem dreieinhalbminütigenLied verbinden sich Dave Stewarts kühleSynthesizerklänge mit der unverwechselbaren, soulgesättigten Stimme von Annie Lennox. Im Video entfaltet Annie Lennox ihre volle Faszination. Eine androgyne Schönheit, die mit ihren kurzgeschorenen karottenroten Haaren und strenger Männerkleidung wie die Schwester von David Bowie aussieht – wahlweise in seiner Ziggy Stardust und Station to Station-Phase. Dann wieder präsentierte sie sich als Vamp mit platinblonder Perücke im Clip zu „Love is a Stranger“.

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Hier das offizielle Musik-Video der Eurythmics zu „Sweet Dreams“. Es gehört zu den meistgespielten Musikclips auf MTV und hat 650 Millionen Aufrufe auf YouTube. Dave Stewart wollte das Video als ironischen Kommentar zur Musikindustrie verstanden wissen. Das Gerät, auf dem Dave rumklöppelt, ist übrigens der ultrarare Movement Systems MCS Percussion Computer MKI. Besonders viel Spaß hatte die Film-Crew mit der Kuh, die laut Dave „überall hinpinkelte“.

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Annie Lennox – Kein girly girl

Wie David Bowie verstand es auch Annie Lennox als Kunstfigur eine riesige Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Ausdeutungen zu geben. Die „Süddeutsche“ machte hier „die unterkühlte Erotik der Erfolgsfrau“ aus. Männer wie Frauen fanden Annie sehr anziehend und sexy, wobei (nicht nur) Feministinnen dankbar registrierten, dass diese gleichermaßen starke wie kluge Künstlerin sich nicht auf ein Sexsymbol reduzieren ließ. Trans Expresswiederum hebt die Bedeutung des Videos für die Überwindung tradierter Gender-Muster hervor:„Das Video Sweet Dreams ist ein deutliches Beispiel dafür, wie Kunst die traditionelle Trennung zwischen männlichen und weiblichen Symbolen und Ausdrucksformen aufbricht.“ Sie selbst hat ihr Styling als Frontfrau der Eurythmics in einem Interview mit dem Guardian so erklärt: „Ich wollte auf der Bühne nicht als girly girl wahrgenommen werden. Es war eine Art leicht subversives Statement, und was noch subversiver ist, ist, dass ich überhaupt nicht gay bin. Ich bin komplett heterosexuell.“

Weil gerade von David Bowie die Rede war, sei der kleine Schlenker gestattet: Meine Lieblingssängerin und mein Lieblingssänger hatten auch schon einen gemeinsamen Auftritt – beim „Freddie Mercury Tribute Concert for Aids Awareness“ am 20.04.1992 im ausverkauften Londoner Wembley Stadion. Da zeigt Annie Lennox nicht nur, dass sie mühelos neben David Bowie bestehen kann. Sie überzeugt auch die Queen-Fans mit ihrem kongenial vorgetragenen Scat-Gesang, Schön auch der Probenteil. Man braucht nur bei 6:40 Brian Mays Freude über Annies Gesang zu sehen. Und in der Kulisse steht George Michael und singt mit. Eins der besten Musik-Videos überhaupt!

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Eurythmics – Sweet Dreams: It’s not a happy song

Doch zurück zu den Eurythmics und „Sweet dreams“. Ein wenig mag auch der etwas rätselhafte Text des Songs die Fantasie der Leute angeregt haben. Zumal „der Stoff, aus dem die süßen Träume gemacht sind“ schnell in Bitterkeit umschlägt. „Von der ersten Zeile an ist es kein fröhliches Lied. Es ist düster“, erläutert Annie Lennox. Ihr steckte damals die Auflösung ihrer Band „Tourists“ und die Trennung von ihrem Partner Dave Stewart in den Knochen. „Ich habe mich sehr verletzlich gefühlt. Der Song drückt aus, wie ich mich damals fühlte: hoffnungslos und nihilistisch.“ (Guardian)

Sweet dreams are made of this /Who am I to disagree

I travelled the world and the seven seas /everybody’s looking for something

Some of them want to use you /Some of them want to get used by you

Some of them want to abuse you/Some of them want to be abused

Toxische Beziehungen

Das oft propagierte Ideal einer „Beziehung auf Augenhöhe“ wird hier ad absurdum geführt. An seine Stelle tritt das typische Muster menschlicher Abhängigkeitsverhältnisse. Die – wenn wir ehrlich sind – weit verbreitet sind: vom Arbeitsplatz bis hin zu toxischen Paarbeziehungen. Und manchmal vermischt sich sogar beides, wenn wir beispielsweise an Tina Turner denken, die von ihrem Mann und musikalischen Partner Ike jahrelang missbraucht und verprügelt wurde.

Annie Lennox legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass die Lyrics nicht in einem sexuellen Kontext gedeutet werden sollten. Es sei ihr bei „Sweet Dreams“ (und wohl auch bei „Love is a Stranger“) um etwas anderes gegangen: „Das Tragen von Perücken und das Abnehmen der Perücken, das zielt auf das ganze Gewese ab, das Frauen veranstalten, damit Männer sie akzeptabel oder schön finden, es ging darum die Masken runterzuziehen, zu zeigen, dass nichts davon echt ist. Die Leute haben das nicht immer verstanden, und auch nicht die Ironie des Ganzen. Aufgrund von Zeilen wie ‚Einige von ihnen wollen dich benutzen … einige von ihnen wollen missbraucht werden‘ denken die Leute, dass es um Sex oder SM geht, aber darum geht es überhaupt nicht.“ (Guardian)

Hier das Video zum „Perückensong“ „Love is a Stranger“. Besonders aufregend finde ich immer die Stelle, wo Annie mit einer großen Schere rumhantiert: Schnipp schnapp! Bei der Erstausstrahlung auf MTV soll übrigens derSendeleiter das Video kurzerhand abgeschaltet haben. Und zwar genau in dem Moment ab, in dem die Sängerin ihre Perücke vom Kopf reißt, weil er sie für einen Transvestiten hielt.

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Zurück auf die Couch

Da Annie Lennox und ihr Gegenpart bei den Eurythmics Dave Stewart (Co-Komponist, Keyboarder, Gitarrist und Producer) zuvor ein Liebespaar waren, konnten Musikpresse und Fans trefflich spekulieren, ob in die Lyrics auch persönliche Erfahrungen eingeflossen sind. Noch 2014 leitet Annie ein Interview mit dem Guardian mit der ironischen Bemerkung „Back on the couch!“ ein. Und Dave Stewart ergänzt im Spiegel: „Kurz nach der Trennung 1983 waren wir mit dem Album ‚Sweet Dreams‘ überall auf Platz 1, und unser Liebes-Aus bot Journalisten reichlich Stoff. Die Frage, wie das zwischen uns jetzt läuft, mussten wir hunderte Male beantworten. Jedes Interview war eine Paartherapie.“

Can of Worms

Mit den seelischen Verletzungen, die Annie während der Beziehung mit ihm davongetragen hatte, beschäftigte sich Dave Stewart erst spät, wie er in seinen Memoiren einräumt. Als er den Song „Why“ von ihrem ersten Soloalbum „Diva“ (1992) hörte: „Ich kann jedes Quäntchen ihres Schmerzes hören, das sie hineingesteckt hat. Wenn sie singt ‚Weißt du, wie ich mich fühle?‘, bleibt eine Frage zurück. Wir haben uns seitdem Hunderte von Malen getroffen, aber wir sprechen nie über unsere Lieder. Das würde in ein Wespennest stechen. Wer weiß, was dabei herauskommt?“ (zitiert aus The Guardian)

Tja, was käme dabei heraus? Wie es der Guardian britisch-höflich formuliert: „Auch wenn Stewarts Memoiren sich davor hüten, darüber zu spekulieren, lenken sie vom Thema auf charmante Weise ab, indem sie eine ununterbrochene Reihe von Sex- und Drogenabenteuern bieten, vorgetragen im lockeren Tonfall eines erfahrenen Geschichtenerzählers.“ Annie hat einmal durchblicken lassen, dass speziell Konzert-Tourneen sehr auf die Bedürfnisse von Männern zugeschnitten sind – Sex and Drugs and Rock ’n‘ Roll. Als Frau fühlte sie sich da immer ein bisschen außen vor: „Das war nicht meine Szene. Es war, als ob die Party im anderen Zimmer stattfand. Es wäre fast peinlich, wenn man sich meinen Reiseproviant ansieht: ein paar Flaschen Wasser, etwas roher Ingwer, etwas Honig und Tee, etwas rohes Gemüse, und das war’s.“ Annies hartes Fazit: „Wenn ich zurückblicke, war es fast wie ein verlorenes Jahrzehnt, was mein Gefühlsleben angeht.“ (BBC.com)

Das ist das Video zu „Why“ – der Song, der Dave Stewart bis ins Mark traf. Den jeder Mensch versteht, der schon mal eine Beziehung den Bach hat runtergehen sehen. Wo kein Schwall von Worten weiterhilft („Why don’t you ever learn to keep your big mouth shut“), weil die Gemeinsamkeit längst verloren gegangen ist („Why can’t you see this boat is sinking“).

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Zwei Teile eines Puzzles

Aber dieser psychologische Hintergrund sollte vielleicht nicht überstrapaziert werden. Annie Lennox hat sicherlich private Gefühle wie ihre Verletzlichkeit nach der Trennung in den Eurythmics-Songs verarbeitet. Gleichzeitig zeichnen sich die Lyrics aber auch durch ein großes Maß an künstlerischer Freiheit aus.Sie selbst hat im Gespräch mit der Musikjounalistin Arwa Haider unmissverständlich klargestellt: „Ich stand bei den Eurythmics gleichberechtigt neben meinem Partner. Dave und ich ergänzten uns gegenseitig – wir fühlten uns wie zwei Teile eines Puzzles.“ Und selbst der Song „Sweet Dreams“ bietet wenigstens im Breakteil einen versöhnlicheren Text: „Hold your head up, keep your head up, movin′ on“. Frei übersetzt mit „Kopf hoch und weiter geht’s“. Wenig überraschend hat genau diese Zeile Dave Stewart beigesteuert.

Auf dem Cover des fünften Eurythmics-Albums „Revenge (1986) posieren Annie Lennox und Dave Stewart gemeinsam.

Elektronikband mit Frontfrau

Tatsächlich war eine weibliche Lead-Sängerin in einer Elektronik-Band damals eine ziemliche Sensation.Kraftwerk, Yellow Magic Orchestra, Gary Numan, Depeche Mode, OMD – überall nur Männer hinter den Tastaturen und Mikrofonen.In den frühen 80ern holte allenfalls ein Philip Oakey von Human League zwei Background-Sängerinnen als „Eye Candy“ mit auf die Bühne. Und bei Visages Superhit „Fade to Grey“ hauchte die belgischstämmige Brigitte Arens einige französische Textzeilen ins Mikrofon.

Ein Vorbild für die Eurythmics immerhin gab es: Die britische Synth-Popband Yazoo, in der der frühere Depeche Mode-Mastermind Vince Clarke perfekte Songvorlagen für die stimmgewaltige Sängerin Alison Moyet schuf. Der Hit „Don’t go“ ging damals in den Diskotheken mächtig ab. Annie und Alison besitzen beide diese kräftigen Soulstimmen, die zur Musik der Maschinen einen reizvollen Kontrast bildeten. Der eher introvertierte Dave Stewart hatte mit der Rollenaufteilung keine Probleme. Er überließ Annie gerne die Bühne, während er neue Sounds austüftelte und die Produktion steuerte.

Eurythmics – Sweet Dreams: Ein Hit ohne Chorus

Sobald die ersten Töne von „Sweet dreams (are made of this)“ erklingen, weiß der Zuhörer Bescheid. Der Song besitzt eine der einprägsamsten Synthesizerlinien in der Geschichte der elektronischen Popmusik und ist auf Anhieb wiedererkennbar. Und doch entspricht er nicht dem klassischen Hit-Strickmuster. So gaben die Eurythmics „Sweet dreams“ keinen eigenen Refrain mit, tatsächlich liefert die Strophe bereits die Hookline. Die Plattenfirma RCA war deshalb unsicher, ob der Song wirklich Single-tauglich sein würde, erinnert sich Dave Stewart “Die Plattenfirma war nicht wirklich an uns interessiert. Ich bin immer wieder hingegangen und habe gesagt: ‚Seht mal, wir machen wirklich tolle Sachen.‘ Sie konnten es einfach nicht verstehen.“ (SoundonSound)

Die Eurythmics hatten Ende November 1982 die Masterbänder bei der Plattenfirma abgeliefert und am 4. Januar 1983 kam das Album „Sweet Dreams“ auf den Markt. Ein Radio-DJ in Cleveland spielte den Titelsong in Dauerrotation. Und weil jedes Mal hinterher die Telefondrähte glühten, kam schließlich auch die Plattenfirma auf den Trichter, so dass am 21. Januar „Sweet Dreams“ auch als Single veröffentlicht wurde.

Die Durststrecke

Zurückblickend fragt man sich, ob die RCA-Leute damals Petersilie in den Ohren hatten. Allerdings waren die Labelmanager auch leidgeprüft: Das erste Eurythmics-Album „In the Garden“ (1981) war gefloppt. Seitdem waren zwei Singles erschienen: Auf „This is the House“ folgte im Sommer 1982 „The Walk“. Beide Songs konnten die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Erst „Love is a Stranger“, das zum Jahresende hin veröffentlicht wurde, konnte sich in den Charts platzieren. Dann kam endlich „Sweet Dreams“ als Singleauskopplung und machte die Sache für die Eurythmics klar. „Die Hölle brach los“, erinnert sich Stewart. „In jedem Land der Welt wurde ‚Sweet Dreams‘ gespielt, von Norwegen über Australien bis Israel… es war egal, wo.“ (SoundonSound) Der Teppich war ausgelegt, auf dem auch das Album durchmarschieren konnte: Nummer 3 in UK und Nummer 6 in Deutschland, in den USA reichte es immer noch zu einem achtbaren Platz 38.

Annie Lennox mit Maske und angespannten Muskeln auf dem Cover des 3. Eurythmics-Albums „Touch“. Es erschien im Herbst 1983 und erreichte Platz 1 der UK-Albumcharts. Mit „Who’s That Girl? „und „Here Comes the Rain Again“ lieferte es weitere Hits.

Eurythmics – Sweet Dreams:Annie

Annie Lennox wurde am 25. Dezember 1954 im schottischen Aberdeen geboren. Ihr Vater war Schlosser auf einer Werft in Aberdeen, ihre Mutter arbeitete als Köchin. Der Christmas Day war damals übrigens noch ein ganz normaler Werktag. Erst vier Jahre später – 1958 – wurden in Schottland wieder Weihnachtsfeiertage eingeführt. Die presbyterianische Kirche von Schottland, im Volksmund auch „The Kirk“ genannt, hatte in bewusster Abgrenzung zum Katholizismus dafür gesorgt, dass die Festtage im 17. Jahrhundert abgeschafft wurden. Während ihrer Schulzeit erhält Annie Klavierunterricht, später kommen Querflöte, Klavier und Cembalo dazu. Ihr Flötenlehrer bescheinigte ihr ein großes Talent, „sie sei sich aber nicht immer darüber im Klaren, auf welches Ziel sie ihre Anstrengungen richten sollte.“ (vergl. wikipedia-Eintrag zu Annie Lennox) Sie beschließt, an der Royal Academy of Music in London Kompositionslehre zu studieren. Aber sie bricht das Studium bald wieder ab, sammelt erste Erfahrungen als Sängerin in Clubs. Sie spielt als Flötistin bei der Band Dragon’s Playground, nimmt an einer Talentshow teil. Zum Leben reicht das nicht, also kellnert sie nebenbei und hilft in einer Buchhandlung aus.

Dieses Foto von Dave Stewart befindet sich im Beiheft zum 3. Eurythmics-Album „Touch“.

Eurythmics – Sweet Dreams: Dave

Dave Stewart ist zwei Jahre älter als Annie. Er wurde am 9. September 1952 in Sunderland geboren. Seine Eltern ließen sich scheiden, als der Junge 13 ist. Während die Mutter nach London zieht, bleibt Dave zunächst beim Vater. Weil Daddy nach der Trennung ziemlich deprimiert ist, spielt ihm der Sohnemann Blues auf der Gitarre vor. Dave berichtet, dass er solange übte, bis ihm die Finger bluteten. Dabei hatte er zunächst eine Sportlerkarriere im Kopf – als Fußballspieler oder Leichtathlet. Eine Knieverletzung machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Nun also Plan B – Musiker. Mit der Folkrockband „Longdancer“ spielt Dave Stewart zwei Platten auf Elton Johns Label Rocket ein. Er war gerade Anfang 20 und befand sich plötzlich im Dunstkreis des absoluten Superstars Elton John, der damals einen sehr exzessiven Lebensstil führte. Auch Dave lernte nun ein Leben mit Rolls Royce-Fahrten, Geschenken der Plattenfirma, einem Haufen Geld und auch Drogen kennen. Vielleicht war es ein Glück für Dave, dass dem „Longdancer“ am Ende dann doch ziemlich schnell die Puste ausging.

Der wolkenverhangene Himmel des Nordens

Insgesamt hält Dave sich aber für einen geerdeten Menschen, was er auf seine Herkunft aus dem Norden zurückführt (dieses beliebte Narrativ kennt man auch aus Game of Thrones): „Man wächst im Norden auf dem Land anders auf, bodenständiger. In der Musik ist das spürbar. Die Folksongs von dort oben sind melancholisch. Das hat mit dem wolkenverhangenen Himmel zu tun und der miserablen wirtschaftlichen Lage. Es stand nicht gut um die Werften und Kohleminen dort, genau wie in Schottland. Annie und ich wollten aus dieser tristen Welt ausbrechen, nach London, das uns freier und liberaler erschien.“(Spiegel)

London übte auf Annie Lennox und Dave Stewart die gleiche Faszination aus, wie heute noch für junge Menschen. (Foto: Costello)

Willst Du mich heiraten?

Die Wege von Annie und Dave kreuzen sich im Jahr 1978 in London. Ein Kumpel meinte zu Dave, er müsse Annie unbedingt kennenlernen, weil sie beide so musikverrückt sein. Sie kellnerte damalsin einemHealthfood-Restaurant namens „Tippins“. Dave erinnert sich im Spiegel an ihre erste Begegnung: „Annie hatte abends um sieben Feierabend, ich wartete vor dem Restaurant. Es war Herbst und die Fensterscheiben des Ladens waren beschlagen. Da kam mir die Idee, irgendwas Verrücktes draufzukritzeln, in Spiegelschrift, sodass sie es von drinnen lesen konnte…’Will you marry me??'“. Annie fand es lustig, die beiden verstanden sich auf Anhieb und wurden ein Paar. Dave Stewart erinnert sich, dass Annie damals in Laura Ashley-Klamotten rumlief und lange braune Haare hatte. Ganz anders als die Annie Lennox, die wir kennen. „Als ich das erste Mal in ihre winzige Wohnung kam, sang sie ein Lied, das sie auf einem Harmonium geschrieben hatte. Es war wie: ‚Heilige Scheiße. Was machst du denn als Kellnerin? Du bist eine Künstlerin.'“ (The Guardian)

Erste Hits mit den „Tourists“

Bevor sie jedoch als Duo loslegten, spielten sie zusammen mit dem Sänger und Gitarristen Peet Coombes in der New Wave-Band „Tourists“. Mit dem Dusty Springfield-Song „I only want to be with you“ kletterten die „Tourists“ 1979 in den UK-Charts bis auf Platz 4. Hier gibt Annie Lennox eine erste Kostprobe ihres Könnens. 1980 gelang ein weiterer Hit mit ‘So Good To Be Back Home Again’. Aber in diesem Jahr hatte die Band ihren Zenit bereits überschritten. Bandleader Peet Coombes hatte ernste Drogen – und Alkoholprobleme und erlitt auf einer Australientournee Ende 1980 einen Zusammenbruch. „Er war der netteste Mensch, wenn er nicht gerade trank oder irgendetwas nehmen musste“, resümiert Dave Stewart. Die „Tourists“ mussten in Down under erkennen, dass es so nicht weitergehen konnte. Die Band löste sich auf. Annie und Dave saßen danach deprimiert in ihrem Hotelzimmer in Wagga Wagga. Dave begann auf einem Wasp-Synthesizer Didgeridoo-Sounds nachzuahmen. Annie fing an, dazu mit der Stimme zu improvisieren. „Als Annie anfing mitzusingen, dachten wir: ‚Vielleicht können wir verrückte und experimentelle elektronische Musik machen?'“ (Guardian)

Toller New Wave-Sound auf “I only want to be with you“, aber leider ein labiler Bandleader.

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Trennung im Flugzeug

Auf dem Rückflug nach Europa gab es dann noch eine zweite Trennung. Annie sagte etwas in der Art wie „weißt Du, vielleicht sollten wir für einige Zeit getrennt leben“. „Das sollten wir wohl“, antwortete Dave und dann sanken beide völlig erschöpft in den Schlaf. Sie fuhren in London zu ihrer gemeinsamen Wohnung und Annie ging einfach die Treppe hoch und bezog das Zimmer über Dave. Den Tee immerhin tranken sie noch gemeinsam. Bald fuhr Annie Lennox in ihre alte Heimat Schottland und nahm sich eine kleine Auszeit. Währenddessen experimentierte Dave, der ja kein gelernter Keyboarder ist, mit der „Wespe“, dem dazugehörigen Sequenzer „Spider“ einem Roland Drumatix TR 606 und einem Teac 144 Portastudio.

Mit dem EDP WASP Synthesizer beginnt die elektronische Phase von Annie Lennox und Dave Stewart.

Erste Erfolgserlebnisse im Homestudio

Und bald hat Dave Stewart das Gefühl, dass er das Equipment wirklich langsam beherrschte. Er konnte jetzt den Drumcomputer und das sequenzierte Keyboard in der gewünschten Weise einsetzen: „Dann konnte ich die Abschnitte auswählen, die ich sequenziert hatte, und sie bouncen. Ich nehme also meinetwegen mit dem Sequenzer auf Spur eins auf, aber dann schicke ich das auf Spur drei oder vier und kann es ein- und ausschalten, wenn ich zu einem anderen Akkord oder einer anderen Note oder Sequenz wechseln wollte. Ich habe also eine Art Spur aufgebaut, bin immer wieder hin und her gesprungen. Einiges davon wurde zu den eigentlichen Tracks auf dem Album Sweet Dreams.“ (SoundonSound)

Die Roland TR-606 von 1981. Sie steuerte in Dave Stewarts Aufnahme-Set die Wespe an.

Conny Plank produziert das erste Eurythmics-Album

Das erste Album der beiden privat Getrennten, aber beruflich weiter verbundenen Musiker sollte „In the Garden“ werden. Es steht komplett im Schatten seines erfolgreichen Nachfolgers „Sweet Dreams“ und aller späteren Eurythmics-Alben – was schade ist. Es entstand in Conny Planks Studio nahe Köln unter Mithilfe vonHolger Czukay (Can) und dem DAF-Schlagzeuger Robert Görl. Annie Lennox revanchierte sich später bei Görl, indem sie auf seinem Solo-Album „Night full of Tension“ mitsang. „In the Garden“ ist eine echte Wundertüte voller überraschender Einfälle. Flangergitarren und Alltagsgeräusche („English Summer“) wechseln mit straighten Beats („Belinda“) und Melodien, die aus dem Metamatic-Album von John Foxx entlehnt scheinen („Take me to your heart“). Über allem liegt Annies Stimme, die hier oft noch verhaltener und ätherischer als auf „Sweet Dreams“ klingt.

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Auch wenn das Album kommerziell floppte, war es für Dave Stewart eine sehr wichtige Erfahrung: „Conny Plank hat mir beigebracht, dass er und Holger Czukay auf niemanden Rücksicht nehmen und ich einfach alles verzerren kann, wenn ich will, oder aufnehmen kann, wo ich will, etwa Mikrofone einfach aus dem Fenster hängen.“ (SoundonSound)

Eurythmics – Sweet Dreams: Akzeptiere keine Regeln!

Dave Stewart bezeichnete Conny Plank später als seinen wichtigsten Mentor. Planks Credo „Es gibt keine Regeln!“ sollte zum Motto der Eurythmics werden, deren Musik immer sehr experimentierfreudig war.In einer wilden Melange mixten die beiden Musiker „energetischen Funk-Beat, karibische Steeldrums, afrikanische Chorgesänge, Jazz-Saxophone, Synthesizer-Pop à la Kraftwerk, Memphis-Soul-Elemente, Beatles-Melodik und Bowie-Cabaret zu interessanten Variationen zusammen.“ (B. Graves, S. Schmidt-Jobs: „Das neue Rocklexikon“, 1990, S.263)

Die musikalischen Vorlieben der beiden Protagonisten ergänzten sich dabei ausgezeichnet: Während sich Annie Lennox seit ihrer Jugend für Tamla Motown, aber auch die Musik der Beatles, Kinks und Rolling Stones begeisterte, war Dave von einem Cousin in Memphis mit Blues-Platten von Robert Johnson, Muddy Waters und Big Bill Broonzy versorgt worden. Dave Stewart entwickelte eine Formel, die sich für die Band als überaus erfolgreich erweisen sollte – die Verbindung von Soul mit Elektronik, von R&B mit Synthipop. Es gibt auf „Sweet Dreams“ eine echte Soulnummer: eine Coverversion von „Wrap it up“. Der Song stammt aus der Feder von David Porter und Isaak Hayes. Veröffentlicht wurde er zuerst von Sam & Dave im Jahr 1969. Annie Lennox, von Village Voice zur „New Wave-Antwort auf Shirley Bassey“ stilisiert, hatte für diese Musik genau die richtige Stimme. Sie changierte wahlweise zwischen Coolness und Soul und besaß obendrein die nötige Durchsetzungsfähigkeit.

Das Cover zu „Who’s That Man – A Tribute To Conny Plank“. Eine 4-CD-Kompilation, die das Schaffen des genialen Produzenten würdigt, der leider mit nur 47 Jahren 1987 an Krebs gestorben ist. Von ihm lernte Dave Stewart viel über Produktion. Vor allem aber die Grundregel: „Akzeptiere keine Regeln!“

Es gibt auch nette Banker

Auch wenn ein Großteil des Materials auf „In the Garden“ noch wie psychedelischer Gitarrenpop klingt, weisen einzelne Songs wie „She’s invisible now“ mit verfremdeten Streicherorgel-Klang und tuckernden Sequenzerlinien schon in eine stärker elektronische Richtung. Damit stellte sich aber unweigerlich die Frage nach neuem Equipment. Der EDP Wasp mochte ein netter Synthesizer für ausgefallene Sounds sein – ein ganzes Album ließ sich mit ihm schwerlich bestreiten. Und das galt natürlich auch für das Portastudio 144.

Das Teac Portastudio 144 war Anfang der 80er Jahre bei Musikern sehr beliebt. Dave Stewart spielte auf ihm die Demos für „Sweet Dreams“ ein. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Devin’s Shop Santa Clarita, CA, USA)

„Wir transportierten unsere Ausrüstung damals in einem gebrauchten Pferdetransporter. Bei einem Auftritt spielten wir vor vier Leuten, fuhren durch die Nacht im Schnee nach Hause und mussten das Auto anhalten. Es war 6 Uhr morgens und Annie weinte“, erinnert sich Dave Stewart. „Mir wurde klar, dass wir endlich vernünftiges Equipment brauchten, also gingen wir zum Direktor unserer Bank. Wir saßen in seinem Büro und waren ein seltsames Paar. Ich war auf Speed. Annie nicht. Erstaunlicherweise lieh er uns 5.000 Pfund.“ (Guardian)

Banker haben nicht immer den besten Ruf. Aber dieser hier hat einen Orden verdient, weil er eines der besten Alben der 80er Jahre überhaupt erst ermöglicht hat.

Lungenentzündung und Nervenzusammenbruch

Die äußeren Umstände sprachen trotzdem gegen einen Erfolg. Während einer kleinen Tour durch Großbritannien hatte sich Dave Stewart eine schwere Lungenentzündung zugezogen. Er wurde punktiert und erzählt, dass er im OP-Saal das Gefühl hatte, aus seinem Körper herauszutreten und sich von oben zu sehen. Als er die Krankheit überstanden hatte, stand er dann wie unter Strom und arbeitete wie besessen an dem neuen Album. Annie dagegen erlitt einen Nervenzusammenbruch und kämpfte auch in der Folgezeit mit Depressionen. Manchmal lag sie einfach nur in Embryonalstellung eingerollt am Boden. Ihre Kreativität beim Schreiben hat das letztlich nicht behindert. Die Lyrics von „Sweet Dreams“ sollen innerhalb kürzester Zeit entstanden sein. Annie Lennox gelang es, Verzweiflung, Verletzlichkeit und Begierde in Texten voller Wucht und suggestiver Bildkraft auszudrücken. So auch im Eröffnungsstück des Albums – „Love is a stranger“:

Love is a stranger /In an open car /

To tempt you in /And drive you far away /…/

It’s savage and it’s cruel/And it shines like destruction /

Comes in like the flood /And it seems like religion

It′s noble and it′s brutal /It distorts and deranges

And it wrenches you up/And you’re left like a zombie

Aber im Refrain heißt es dann: And I want you/It′s an obsession.

Dave Stewart fasst zusammen: „Mir fällt kein anderes Paar ein, das das getan hat, was wir getan haben – sich zu trennen und dann eine Band zu gründen. Bei Sonny und Cher war es genau andersherum: Sie waren berühmt, dann haben sie sich getrennt. Was wir durchgemacht haben, war Wahnsinn.“ (Guardian)

Das Eurythmics-Album „Sweet Dreams“ entstand tatsächlich auf einer Teac Tascam 80-8 Halbzollbandmaschine.

Der Luxus einer 8-Spurmaschine

Annie und Dave kamen zunächst in einem improvisierten Studio in Chalk Farm unter, das Stewart und Adam Williams (ehemaliger Bassist von „The Selector“)über einem Geschäft für Bilderrahmen eingerichtet hatten. Der Bankkredit wurde umgehend investiert: in eine Tascam 8-Spurmaschine, ein Gerät zur Rauschunterdrückung von Bel Electronics, ein gebrauchtes Soundcraft-Mischpult, ein Roland Space Echo sowie ein Federhallgerät von Klark – das DN 50. Stewart bohrte es auf und benutzte es für alle möglichen Effekte. Bei einigen Songs wurden die Portastudio-Demos direkt auf die 8-Kanalmaschine transferiert. Wobei Dave Stewart einschränkend festhält: „Wir hatten nur sieben Spuren, denn auf Spur acht lag der Timecode. Bei ‚The Walk‘ spiele ich die Basslinie auf einem Roland SH-101, und dann gibt es all diese Vocals und ein Trompetensolo von Dick Cuthell, der bei den Specials gespielt hat. Auf den sieben Tracks ist eine Menge los. Es sind so ungefähr 36 Sachen… man bräuchte eigentlich eine 48-Spurmaschine. Aber man musste sich irgendwie entscheiden und alles an Ort und Stelle zusammenstellen.“ (SoundonSound) Durch fleißiges Hin- und Herbouncen stellten die Eurythmics ganze Gospelchöre zusammen.

Der Roland SH-101 steuert die eine Hälfte des Synthesizerriffs auf Sweet Dreams bei.

Ein Drumcomputer mit Herzmonitor

Einen guten Teil des Kredits – ziemlich genau 2.000 Pfund – hatte das Duo für den Kauf eines sehr speziellen Drumcomputers ausgegeben. Der äußerst rare Movement Systems MCS Percussion Computer in der MKI-Ausführung kombinierte eine analoge Klangerzeugung mit Drumsamples in 8-Bit-Technologie. Die Noten und Sequenzen konnten auf einem Bildschirm angezeigt und editiert werden.

Hier im Bild der Movement Systems Drum-Computer

Im Videoclip zu „Sweet Dreams“ kann man Dave sehen, wie er den Drumcomputer bedient, während Annie auf einem Tisch mitten auf einer Wiese sitzt. Die Eurythmics benutzten den von der britischen Firma Movement Audio Visual hergestellten Drumcomputer auch auf dem nachfolgenden Album „Touch“. Nur 30 Exemplare sollen insgesamt hergestellt worden sein und die Eurythmics schnappten sich eins der ersten Geräte:„Der Typ wohnte in Bridgewater und wir mussten ein paar Tage lang auf seinem Fußboden schlafen, während dieser Prototyp fertiggestellt wurde. Aber man konnte tatsächlich Schlagzeugpattern erstellen und sie zum ersten Mal auf einem kleinen Schwarz-Weiß-Bildschirm darstellen – wie bei einem Herzmonitor.“ (SoundonSound)

Ein falsch programmierter Downbeat

Dieser Drumcomputer ist maßgeblich für den Sound des Albums verantwortlich – er klingt etwas anders als die Drummaschinen von Linn oder Oberheim, die Anfang der 80er Jahre auf den Markt kamen. Wie diese bot der Movement MCS Percussion Computer die Möglichkeit, Sounds zu pitchen: „Es gab eine Funktion, mit der man ein Tom-Tom so einstellen konnte, dass es wie eine riesige Trommel klang, die man auf einem Schiff schlagen würde, um die Leute zum Rudern zu bringen. Genau das habe ich bei ‚Sweet Dreams‘ gemacht.“ Allerdings hatte Dave Stewart mit der Bedienung ein wenig zu kämpfen, aber manchmal erweisen sich Fehlbedienungen auch als ein Glücksfall: „Der erste Downbeat war eigentlich ein Fehler, weil der verdammte Drumcomputer immer das Gegenteil von dem machte, was ich eigentlich wollte. Aber dann dachte ich: ‚Oh, das klingt viel besser als das, was ich eigentlich machen wollte. Diese tiefe Trommel ist gut, weil sie nicht dröhnend ist. Es ist wie ein dumpfer Schlag, aber es ist so tief. Und mit der ‚four to the floor‘ Bassdrum oben drauf, kann man das bis heute in jedem Club auflegen und alle sind auf den Beinen“ (SoundonSound)

Der Roland Juno 60 fand erst später seinen Weg ins Eurythmics-Studio. Und er wurde für die Live-Shows eingesetzt. (Foto: Costello)

It’s the Oberheim and not the Juno

Eine sehr beliebte Diskussion geht darum, welchen polyphonen Synthesizer die Eurythmics auf „Sweet Dreams“ eingesetzt haben. Und in einschlägigen Foren möchten manche Haus und Hof verwetten, dass es ein Roland Juno 60 ist. Wettet lieber nicht. Denn tatsächlich handelt es sich um einem Oberheim OB-X. Der Oberheim war 1981 auf den Markt gekommen, der Roland Juno 60 ist 1982 erschienen. Zeitlich könnte das also passen. Aber Dave Stewart hat im Interview mit Sound on Sound die Sache geklärt: „Ich ließ den Drum-Beat laufen, und ich hatte auch schon die Hälfte der Sequenz. Annie sprang quasi vom Boden auf und fragte: ‚Was ist das?‘ Und sie ging zum OB-X. Annie hatte einen Streichersound, der uns gefiel, und dann spielte sie dieses Riff über das, was ich spielte, und die beiden Synthesizer zusammen mit dem Schlagzeugbeat ergaben dieses unglaubliche Ding.“ (SoundonSound)

Der Streichersound auf Sweet Dream stammt vom Oberheim OB-X.

Der OB-X war geliehen, denn offensichtlich hätte der Kauf des damaligen Oberheim-Flaggschiffes das knappe Budget der Eurythmics gesprengt. Es gibt aber tatsächlich auch einen Roland-Synthesizer auf „Sweet dreams“ und das ist der SH-101, der von der Drum Machine getriggert wurde. Dave meint sich zu erinnern, dass sie den Oberheim nicht mal eigens programmierten, sondern eines der Presets benutzten. Und er freut sich diebisch, dass der Song bis heute Tastendrücker auf die falsche Fährte führt: „‚Sweet Dreams‘ verwirrt Keyboarder immer, wenn sie versuchen, es zu spielen, weil sie nicht erkennen, dass es eigentlich zwei Keyboard-Parts sind, die völlig unterschiedliche Dinge spielen.“ (SoundonSound)

Bei den Live-Konzerten kam dann übrigens tatsächlich ein Roland Juno 60 zum Einsatz. So wie hier in der TV-Show „The Tube“ aus dem Jahr 1983 zu sehen ist, die für Channel 4 produziert wurde.

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Umzug nach Crouch End

Um Song und Album fertigzustellen, mussten die Eurythmics dann noch mal ihr Equipment zusammenpacken und umziehen. Nach Crouch End im Norden von London. Ihre neue Wirkungsstätte sollte später als „The Church Studios“ berühmt werden. Damals gehörte die Location Bob Bura und John Hardwick, deren bahnbrechenden Stop-Motion-Techniken in Großbritannien damals jedes Kind kannte. Bekannt waren Bura und Hardwick dafür, Figuren aus klassischen Kinderfernsehsendungen der 1960er bis 80er Jahre wie Camberwick Green, Trumpton, Chigley und Captain Pugwash zum Leben zu erwecken. Und nebenbei hatten sie auch noch ein Herz für ungewöhnliche Klänge. Dave Stewart machte ihr Entgegenkommen beinahe sprachlos: „Ich ging zurück zu Annie und sagte: ‚Du wirst es nicht glauben, aber ich glaube, ich habe einen Ort gefunden, an dem wir die Aufnahmen beenden können‘. Es war kaum zu glauben, denn sie wollten nicht einmal Miete von uns verlangen. Aber es hat ihnen tatsächlich gefallen, dass wir dort waren und diese Musik gemacht haben.“ (SoundonSound)

Eurythmics – Sweet Dreams: Not macht erfinderisch

In der kleinen Garderobe im Erdgeschoss, die ihnen zur Verfügung stand, setzten Dave und Annie ihre Soundexperimente fort. Und weil sie nur über begrenzte Produktionsmittel verfügten, mussten sie sich etwas einfallen lassen.„Der Grund, warum unsere Platten irgendwie seltsam klangen, war, dass wir kein Geld hatten.“ In der Mitte des Songs ‚Sweet Dreams‘ spielen die beiden auf Milchflaschen. Die Füllmenge der Flaschen wurde solange variiert, bis sie gestimmt waren: „Und dann haben wir überlegt: ‚Sollen wir sie mit einem Stück Holz oder einem Stück Metall anschlagen?‘ Wir haben so lange experimentiert, bis wir den gewünschten Klang erreicht hatten.“ (SoundonSound)

Mit einem Beyerdynamic M201 wurden die Vocals auf Sweet Dreams aufgenommen.

Für Annies Gesang verwendete Dave das Beyerdynamik M201. Das ist ein stark gerichtetes Mikrofon, das gerne für die Snare genutzt wird. Eines von den besseren Mikrofonen, von demder US-Produzent Steve Albini (Pixies, PJ Harvey, Nirvana) einmal sagte „Wenn das SM57 ein Mikrofon wäre, würde es klingen wie dieses.“ Bei den Vocals setzet Dave Stewart auch das Bel Electronics Rauschunterdrückungsgerät auf eine ganz besondere Weise ein: „Mit dem habe ich Annies Gesang komprimiert, indem ich es auf der Gesangsspur ein- und ausgeschaltet habe.“ (SoundonSound)

Bilderrahmen statt Claptrap

Dave Stewart kann sich immer noch darüber amüsieren, dass viele Leute „Sweet Dreams“ für ein Produkt hochgezüchteter Studiotechnik hielten: „Tatsächlich konnten wir uns noch nicht einmal einen Claptrap leisten – das klassische Disco-Ding, ihr wisst schon, dieses ckkk-ckkk-ckkk! Es gibt nur mich und Annie, die mit einer Handvoll Bilderrahmen an die Wand klopften! Hätten wir das Geld gehabt, hätten wir natürlich einen Claptrap benutzt.“ (UltimateEurythmicsArchive)

Manchmal erzeugte Dave Stewart auch Handclap-Effekte, indem er Originalhändeklatschen mit einem offenen Hihat-Sound auf der Drummachine mixte. Das Ganze wurde durch den Big Muff gejagt, ein Fuzzpedal von Electro-Harmonix. So klang das Händeklatschen ein klein wenig nach weißem Rauschen. In diesen Situationen hat sich Dave Stewart immer wieder an das erinnert, was er bei Conny Plank und Holger Czukay gelernt hatte:„Denn sie sagten immer: ‚Wenn es keinen Spaß macht, wenn du nur einen Knopf drückst und das macht das, dann neigst du dazu, einfach zu sagen, oh, wir benutzen diesen Knopf, um das zu machen und diesen, um das zu machen…‘ Und deine Musik entfernt sich immer weiter von dir.“ (UltimateEurythmicsArchive)

Bei ihrer experimentellen Produktionsweise setzten die Eurythmics auch das beliebte Verzerrer-Pedal Little Big Muff ein, um Natursounds wie Händeklatschen elektronischer klingen zu lassen. Ein Klassiker, den Electro-Hamonix wiederaufgelegt hat. (Foto: Electro Harmonix)

Besuch von Starflötisten James Galway

Bei „I’ve Got An Angel‘ wurde die Drum-Maschine durch das Roland Space Echo gejagt, ergänzt durch Livepercussion mit einem Vibraslap. „Dann haben wir ein riesiges Holzbrett geschlagen und das mit vollem Hall zum Klark Teknik geschickt und das trockene Originalsignal weggenommen.“ (SoundonSound)

Zu Anfang des Songs ist eine Flöte zu hören, die Tim Wheater spielt. Der wiederum war Schüler eines der berühmtesten Flötisten überhaupt: Sir James Galway. Und eines Tages schaute der Meister (Beiname: „der Mann mit der goldenen Flöte“) auf Einladung seines Schülers vorbei. Annie, die ja selbst Flöte studiert hatte, war völlig fertig mit den Nerven. Aber James Galway ließ sich auf die ungewohnte Musik ein und sagte, es würde ihm gefallen.

Für die Echoeffekte auf Sweet Dreams zeichnet das Roland RE-201 Space Echo verantwortlich.

Atme mal kräftig aus

Bei „I’ve Got An Angel‘ Song gibt es einen weiteren charakteristischen Sound. Ein starkes Atemgeräusch. Eine Art „Hah“. Urheber ist ein gewisser George, der damals das Tilley’s Cafe in Camden betrieb. Die Eurythmics waren immer bei ihm, um zu essen. Und irgendwann erkundigte sich George, was sie eigentlich so machen würden. Sie erzähltem ihm, dass sie eine Platte aufnehmen würden. Er könnte gerne mal vorbeikommen und mitmachen. Darauf ging George gerne ein, meinte aber, er könnte leider gar kein Instrument spielen:„Also gaben wir ihm dieses Mikrofon und sagten: ‚Schau, mach einfach HAH auf dem ersten Beat jedes Taktes…‘, aber er verstand eine Weile nicht, welches der erste Beat war. Dann, weil wir einen Effekt drauf hatten und er hören konnte, wie es klang – fing er wirklich an, sich darauf einzulassen!“ (UltimateEurythmicsArchive)

Esta Es La Casa

Die Eurythmics haben fast allen Songs auf „Sweet Dreams“ eine kleine Besonderheit mitgegeben, die sie sofort wiedererkennbar machen. Bei „This is the House“ ist es eine spanische Stimme mit unverkennbar lateinamerikanischem Einschlag. Das war die Freundin des Flötisten Tim Wheater, die eigentlich als Sekretärin arbeitete, und hier nun die bedeutsamen Worte ‚Esta Es La Casa‘ spricht. Ganz ernst kann sie dabei nicht bleiben, ihr Lachen ist auch auf der Aufnahme zu hören. Zur besonderen Atmosphäre der Stücke tragen auch Umweltgeräusche bei. Manchmal unfreiwillig, wenn Arbeitslärm aus der Umgebung plötzlich auf den Tapes zu hören war – weshalb das Duo seine Produktionszeit schließlich auf die Zeit nach Feierabend verlegen musste. Aber es gibt auch Geräusche, die Dave Stewart selbst mit dem Mikrofon eingefangen hatte, wie das Meeresrauschen auf „Jennifer“. Dazu ein minimalistischer Bass à la Carpenter und die Zeile „Jennifer, where are you tonight? / Underneath the water“ und das stimmungsvolle Drama ist perfekt.

Dave Stewart bezog gerne Tonaufnahmen von Umweltgeräuschen in die Eurythmics-Produktionen mit ein, wie etwa von der Londoner U-Bahn. (Foto: Costello)

Riesige Kassettensammlung

Dave Stewart ist ein Recordingfreak und besitzt eine riesige Sammlung von genau katalogisierten Kassetten, auf denen er alle möglichen Geräusche hortet. 1984 erzählt er dem Musikmagazin „One Two Testing“: „Sie könnten beschriftet sein mit ‚Sydney nach Bangkok, Geräusche usw.‘ oder ‚Dave im Laden in Australien, Gespräche‘. Auf einer Kassette kann es von Straßenbahngeräuschen zu einem Sequenzer-Muster zu etwas anderem übergehen. Andy Warhol macht etwas Ähnliches mit Fotos, es ist wie eine Art ständiger eingeschalteter Erinnerungsstrahl“. (Muzines.co.uk) Das Eurythmics-Album „Sweet Dreams“ hat von Daves privatem Geräuscharchiv eindeutig profitiert.

Auf dem Song „This City Never Sleeps‘ sind zum Beispiel Zuggeräusche der Londoner U-Bahn zu hören. Dave, der von sich selbst sagt, dass er die Sachen ungern verkompliziert, ist auf diese Mischung besonders stolz: „Obwohl es sich um eine 8-Spur-Aufnahme handelt, gibt es sehr subtile Überblendungen zwischen dem Quietschen der Eisenbahnräder, die sich in eine Slide-Gitarre verwandeln, und den Wiederholungen von Annies Stimme, die an manchen Stellen in doppelter Geschwindigkeit laufen. Aber es ist immer noch spontan.“ (Muzines.co.uk)

Rückkopplungen mit Vibrato

Auf „This City Never Sleeps‘ ist auch eine Gitarre zu hören. Dave Stewart spielt hier eine Gretsch „Country Clubman“. Sie unterscheidet sich von der „Country Gentleman“ und soll speziell für den Gitarristen von Elvis Presley, Scotty Moore, entworfen worden sein. Sie ist wesentlich größer ist als die üblichen Gretsch-Semis: „Ich hatte zuvor von dieser Gitarre auch noch nie etwas gehört“, gibt Dave zu. „Sie ist riesig. Ich liebe es für Feedbacksounds zusammen mit dem Vibrato-Hebel – bei „This City Never Sleeps“ gibt es diese ständigen Rückkopplungen und ich verbiege sie. Das klingt wie ein einsamer Zug.“ (Muzines.co.uk)

„This City Never Sleeps‘ wurde später übrigens für den Soundtrack von „9 ½ Wochen“ verwendet. Perfekte Musik für Entfremdung und Großstadttristesse.

Eurythmics – Sweet Dreams: Die Mischung

Die Eurythmics hatten die Möglichkeiten ihrer Achtspur-Tascam buchstäblich bis an die Grenzen ausgereizt. Beim Mixdown wurde jede Hand am Pult gebraucht, das mit Klebebändern und Markierungen nur so übersät war: „Und bei 37 Sekunden hieß es dann: Das muss runter, denn plötzlich sind die Backing Vocals nicht mehr drauf, sondern ein Schlagzeug, und dann kommen die Backing Vocals wieder auf der gleichen Spur. Es war einfach alles verrückt. Aber ich habe wie besessen versucht, es richtig hinzubekommen.“ (SoundonSound)

Insgesamt drei Titel des Albums wurden nicht komplett auf 8-Spur aufgenommen. Darunter „Wrap It Up“ mit seinen zahlreichen stereophonen Percussion-Effekten und übereinander gelegten Vocals. Die8-Spur-Aufnahmen wurden im Wessex-Studio in Highbury New Park auf ein 24-Spurtonband kopiert, um Platz für weitere Overdubs zu schaffen.

Die Freuden des eigenen Studios

Insgesamt ist Dave Stewart ein Verfechter des eigenen Studios. Während manche Bands Stunden damit verbringen würden, ein paar Sounds hinzukriegen, habe er mit Annie Lennox oft an einem halben Tag zwei komplette Tracks aufgenommen: „Das ist das Gute daran, wenn eine Band ein Studio hat, denn so muss ich mich nicht erst an die Abhöranlage gewöhnen und ich muss mich nicht mit dem Techniker treffen, eine Tasse Tee trinken, fragen wo ist die Küche und all das. Einfach reingehen, einschalten und los geht’s.“ (Muzines.co.uk)

Und dann war das Album „Sweet Dreams“fertig und die Eurythmics konnten sich tatsächlich über einen großen Erfolg freuen. Ein Erfolg, an den – außer den beiden Musikern selbst – wohl niemand so recht geglaubt hatte. Dave Stewart fühlte sich bestätigt:„Es gab nie einen Punkt, an dem wir dachten: ‚Das geht nicht, wir werden nie eine Gruppe sein können.'“ Und das, obwohl Annie und Dave damals ständig zu hören bekamen:. ‚Hört mal, das ist verrückt, ihr seid zu weit weg, ihr werdet nichts erreichen‘. Vor allem, als wir ihnen sagten, dass wir unser nächstes Album auf einem Achtspurgerät in einem Lagerhaus aufnehmen würden.“ (UltimateEurythmicsArchive)

Annie Lennox auf dem Cover des vierten Albums der Eurythmics. „Be yourself tonight“ ist stärker vom Motown als den Synthesizern getrieben. Höhepunkte sind die Songs „Sisters are doin‘ it for themselves“ (Duett mit Aretha Franklin), „Would I lie to you?“ und „There Must Be an Angel (Playing with My Heart)“. Stevie Wonder steuerte zu „There Must Be an Angel“ ein Mundharmonika-Solo bei, der Song schaffte es in Großbritannien auf Platz 1.

Eurythmics – Sweet Dreams: Ikonische Songs

All Music bezeichnet „Sweet Dreams “ als einen der ikonischen Songs dieser Zeit: „Rückblickend betrachtet, war der frühe Sound der Eurythmics einfach die abgehackte motorische Monotonie von Neu! und den frühen Kraftwerk angewandt auf britische Pop-Single-Formen, aber die wundersame Eigenart dieses entschieden minimalistischen, geradezu skelettartigen Popsongs bleibt. Jahrzehnte später klingt ‚Sweet Dreams (Are Made of This)‘ immer noch einladend warm und gleichzeitig abweisend kühl.“ „Sweet Dreams“ bekam überwiegend sehr gute Besprechungen. Der Eklektizismus des Albums macht „Sweet Dreams“ so spannend und abwechslungsreich, brachte den Eurythmics später aber auch hämische Kritik ein: „Sie fingern wie Taschendiebe in Träumen herum, diese nach allen Regeln der Marktforschung trainierten Fledderer, sprühen sie mit Glitter mit ein – und bevor die Farbe auch nur trocken ist, verscherbeln sie ihre Beute zurück an ihre Opfer, als seien das die Objekte, nach denen sich die Bestohlenen immer gesehnt hätten.“ (New Musical Express). Netter fiel die Bewertung von Trouser Press aus, für deren Kritiker sich „Sweet Dreams“ als „witzige und geistreiche Musik mit lyrischen Liebesliedern und aufrechtem Sozialengagement“ darstellte. Colin Larkin hat das Album in seine Liste „All Time Top 1000 Albums“ aufgenommen: „Wer meint, Synthesizerpop sei die Antwort auf die Flaute der 80er Jahre – dann die Eurythmics, denn sie machten es besser als die meisten.“ (London 1994, S. 78)

Mag schon sein, dass die Eurythmics manchmal mit dem ganz großen Einkaufswagen durch den musikalischen Supermarkt fuhren. Aber Aretha Franklin sang gerne mit Annie Lennox im Duett „Sisters are doin‘ it for themselves“. Und Stevie Wonder lieferte auf „There must be an Angel“ ein wundervolles Mundharmonika-Solo. Die Kooperation mit diesen beiden großen schwarzen Künstlern war so etwas wie der Ritterschlag für die Eurythmics.

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Eurythmics – Sweet Dreams: Epilog

Die Tantiemen für „Sweet Dreams“ flossen und die Eurythmics konnten schließlich „The Church“ komplett kaufen, auf 24 Spuren upgraden und neue Instrumente anschaffen. Übrigens immer noch recht bescheiden und gerne second hand. Jetzt kamen nach und nach auch ein Roland Juno 60 ins Studio, neben einem Roland SH-09, einem Sequenzer CSQ 100, dem DX7 und einemOctave Plateau Voyetra Eight, der zu Daves Lieblingssynthesizer avancierte. Es folgten weitere Alben, die sich zumeist sehr erfolgreich verkauften. Das achte hieß „We two are one“, aber ironischerweise war danach erstmal Schluss mit den Eurythmics, die bis heute 80 Millionen Tonträger abgesetzt haben.

Dave verlegte sich anschließend mehr aufs Produzieren anderer Künstler, darunter Bob Dylan, Tom Petty und Jon Bon Jovi. Mit Mick Jagger, der britischen Soulpop-Sängerin Joss Stone, sowie Damian Marley und A.R. Rahman gründete er die Band Superheavy. Annie dagegen startete eine Solo-Karriere, die einen eigenen Bericht wert wäre. Wer bis dahin vielleicht gedacht hätte, sie sei einfach „die Sängerin der Eurythmics“ wurde spätestens jetzt eines besseren belehrt. Annie Lennox sammelte Grammys ein und einen Oskar als Sängerin des Titelsongs „Into the West“ vom 3. Teil „Herr der Ringe“. Vielleicht noch wichtiger ist Annie Lennox inzwischen ihre karitative Arbeit als Oxfam-Botschafterin oder ihre Aufklärungsprojekte über HIV. 2005 gingen Annie und Dave noch einmal gemeinsam ins Studio, um zwei Songs für die Ultimate Collection einzuspielen. Und 2019 standen sie bei einer Benefizkonzert in New York zusammen auf der Bühne. Wie hat es ihrer einstiger Partner Dave Stewart so schön ausgedrückt? „Es hat acht Jahre gedauert, eine komplizierte Beziehung zu entwirren“. Doch so ganz können die beiden Eurythmics wohl doch noch nicht voneinander lassen.

Zum Abschluss noch mal Sweet Dreams – live 1987 in Sidney. Da steht keine blutleere Elektronikband auf der Bühne – das rockt. Gänsehaut pur! Ob sich Annie und Dave in diesem Moment wohl an das Hotelzimmer in Wagga Wagga zurückerinnert haben, wo sie 8 Jahre zuvor die Eurythmics aus der Taufe gehoben hatten?

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Making of: Eurythmics - Sweet Dreams (1983) - AMAZONA.de (2024)
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Author: Dan Stracke

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